Interview mit Robert Hesse

Robert hat in Idstein Ergotherapie studiert und hat seine Bachelorarbeit zum Thema "Digitale Dokumentation und Datenverarbeitung in der Ergotherapie" verfasst. Wir haben in darum eingeladen und drei Tage mit ihm gemeinsam verschiedene Projekte angeschoben. Dieses Interview ist dabei entstanden:

Erster Eindruck

TH: Hallo Robert! Vielen Dank, dass du dich für dieses Interview zur Verfügung stellst. Gleich die erste Frage: Wie hast du zum ersten Mal von TERMINHELD erfahren und was war dein erster Eindruck?

RH: Hallo Matthias, das mache ich natürlich gerne. Ich kam im Rahmen meiner Bachelorarbeit auf TERMINHELD. Ich beschäftigte mich mit der digitalen Dokumentation und Datenverarbeitung in der Ergotherapie. Innerhalb meiner Recherche stieß ich auf die TERMINHELD-Show und war begeistert. Es war genau das Tool, das ich mir für den Praxisalltag als Therapeut vorgestellt hatte.

Software im Studium

TH: Inwiefern hat Software in deinem Ergotherapie-Studium eine Rolle gespielt?

RH: Nein. Der Computer wurde lediglich zur Recherche und zum Schreiben von Hausarbeiten und Ähnlichem verwendet. Nur in einem Praktikum bekam ich beiläufig einen Einblick in die Anwendung digitaler Medien in einer Klinik. Dort wurden die Therapeuten mit einem Programm zugeteilt und auch die Dokumentation im Computer interdisziplinär erfasst.

"Die digitalen Medien sehe ich als Schlüssel, um die begrenzte Zeit der Therapeuten effizienter und ökonomischer zu gestalten."

Themenfindung Bachelorarbeit

TH: Was hat dich dazu bewegt, ausgerechnet das Thema "Digitale Dokumentation und Datenverarbeitung in der Ergotherapie" für deine Abschlussarbeit zu wählen?

RH: Mir wurde durch einen Freund die Vernetzung von Handy, Tablet und Computer deutlich, als er angerufen wurde. Er hätte von jedem Gerät den Anruf entgegen nehmen können... Daraufhin begann ich zu grübeln, warum dies nicht im Praxisalltag genutzt wird um die gesamte Datenverarbeitung in Praxen ähnlich zu gestalten. Ich ärgerte mich über das elende Aktensuchen und die aufwändige Terminierung. Nach und nach schuf ich mir eine Idealvorstellung, wie man die vielen aktuellen Medien nutzen könnte. In Arztpraxen und Kliniken finden diese beispielsweise bereits seit längerem Anwendung ... warum nicht auch in der Ergotherapie!?

Ergebnisse der Arbeit

TH: Was sind die Kernpunkte deiner Arbeitsergebnisse?

RH: Es besteht eine große Unsicherheit bezüglich der digitalen Welt im Gesundheitswesen. Auf höherer politischer und gesetzlicher Ebene wird die Handhabung und Nutzung schon seit längerem diskutiert. Ergebnisse erfolgen jedoch nur langsam (z.B. das E-Health-Gesetz und die Telemarkinfrastruktur). Für die Ergotherapie bestehen Möglichkeiten verschiedene Software in den Praxen zu nutzen. Diese sind jedoch noch nicht zu einhundert Prozent ausgereift und nicht alle Möglichkeiten werden ausgeschöpft.

Perfekte Bedingungen

TH: Du wirst in ein paar Wochen ein Arbeitsverhältnis in einer ergotherapeutischen Praxis beginnen. Beschreibe kurz, wie deiner Meinung nach die perfekten Arbeitsbedingungen in einer Praxis aussähen (z. B. bezüglich digitaler Dokumentation).

RH: Anstreben würde ich einen möglichst papierlosen Praxisalltag. Selbst Verordnungen und Berichte von Ärzten und Kliniken könnten digital und lückenlos übermittelt werden. Patienten könnten über Internet und Apps Termine selbst vereinbaren, die im Terminplan direkt angezeigt werden. Daten werden in der Cloud gespeichert, die wiederum auch auf Hausbesuchen eingesehen werden können. Einfacher, gut strukturierter und schneller Zugriff auf die Terminplanung, egal wo. Die digitalen Medien sehe ich als Schlüssel, um die begrenzte Zeit der Therapeuten effizienter und ökonomischer zu gestalten. Dabei schließe ich einen ebenso effizienten inter- und intradisziplinären Austausch mit ein.

Realität

TH: Wie sieht die Realität aus? 

RH: In der Regel wird auf alt bewährte Methoden zurückgegriffen. Es dominieren die Papierakte und Hemmungen gegenüber Computern. Der digitale Zug fährt durch alle Bereiche und jeder hat noch die Möglichkeit mit aufzuspringen.

Zu guter Letzt

TH: Wie hat dir der Aufenthalt in Kiel gefallen und was wünscht du dir für die weitere Entwicklung von TERMINHELD?

RH: Es war natürlich fantastisch, dass mein erster Besuch in Kiel direkt auf die Kieler Woche fiel. Ebenso wunderbar war es, hinter die Kulissen von TERMINHELD zu blicken. Mir gefiel alles sehr und animierte mich, mich weiter mit der Thematik zu beschäftigen. Ich würde mir für TERMINHELD wünschen, dass ihr weiter macht wie bisher, aus dem Vollen schöpft und in alle Richtungen agiert.

TH: Vielen Dank für dieses Interview, Robert!

 

Das Interview führte Matthias Schramm am 23.06.2015

 

 

 

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